– Freispruch im Strafverfahren wegen Verstoßes gegen § 25 Versammlungsgesetz im zweiten Hauptverhandlungstermin am 10.09.2019.

Die Behauptungen der Polizeibeamten, es sei kein antifaschistischer Kriegsspaziergang der VVN-BdA durch Pankow wie angemeldet durchgeführt worden, wurde in der Hauptverhandlung im Ergebnis widerlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

https://www.jungewelt.de/artikel/362639.vvn-bda-dkp-und-antifa-kommunist-freigesprochen.html

 

Vesper „Menschenrechte aktuell“ unter dem Thema „Institutioneller Rassismus“ – Donnerstag, 26.09.2019 um 19:00 Uhr, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal

Rassismus, wie ihn viele heutzutage erleben, geht weit über den völkischen Rassismus von Neonazis hinaus. Unter dem Vorwand der Bekämpfung von Terrorismus hat sich eine besondere Form des Rassismus immer deutlicher auch in den Institutionen festgesetzt. Eine wesentliche Rolle spielt dieser »institutionelle Rassismus« in der heute vorherrschenden Form antimuslimischer Ressentiments, die in der politischen Klasse, in der Mitte der Gesellschaft, bei selbsternannten Eliten und am rechten Rand wuchern. Brandanschläge, Todesdrohungen und Gewalttaten sind nur die sichtbaren Zeichen einer gefährlichen Entwicklung unserer Demokratie.

Gemeinsam werden wir versuchen, die Frage zu beantworten:

Was ist institutioneller Rassismus? Welche menschenrechtlichen und juristischen Instrumentarien gibt es, um gegen rassistische Diskriminierungen vorzugehen? Welche Rolle spielen hierbei die Medien als sogenannte vierte Gewalt?

Zu Beginn nähern wir uns dem Thema mit Einführungsvorträgen von:

  • Eberhard Schultz (Menschenrechtsanwalt/Stiftung soziale Menschenrechte)
  • Nadija Samour (Rechtsanwältin LLM/Migrationsrat Berlin e.V.)
  • Biplab Basu (Historiker/ReachOut)

Im Anschluss werden in einer offenen Podiumsdiskussion zusammen mit der Expertin, den Kooperationspartner*innen und dem Publikum weitere Punkte aus den Vorträgen und Fragen zum institutionellen Rassismus diskutiert.

Moderation: Vera Vordenbäumen

Unter dem Motto “Menschenrechte aktuell” veranstalten die Humanistische Union e.V., die Internationale Liga für Menschenrechte, die Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation und die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte jeweils am letzten Donnerstag des Monats einen Diskussionsabend.

In Kooperation mit

ReachOut e.V., Migrationsrat Berlin e.V.

PRESSEMITTEILUNG Mündliche Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin über Mobbing-Klage einer Betriebsrätin gegen die Allianz am Dienstag, den 27.08.2019 um 10:45

Am Dienstag kommender Woche, dem 27.08.2019, findet  die streitige Verhandlung vor der 34. Kammer des Arbeitsgerichts Berlin statt.

Ort: Arbeitsgericht Berlin,

Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin

Zeit: 27.08.2019, 10:45

Raum 209

Bereits im Juni 2015 hatte ich für die frühere  Betriebsrätin Elke St., Leiterin einer Verkaufsregion der Allianz Beratungs- und VertriebsAG Klage wegen Schadensersatz und Entschädigung wegen Mobbings durch Vorgesetzte, sowie Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) beim Arbeitsgericht eingereicht und insbesondere beantragt, der Klägerin ein Schmerzensgeld wegen Mobbings zu zahlen. Die Mandantin war, wie einige ihrer Kollegen, insbesondere im Zusammenhang mit der Umstrukturierung bei dem Allianzkonzern nach entsprechenden Vorgaben von McKinsey systematisch von mehreren Vorgesetzten jahrelang in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Die Klägerin ist seit 1994 bei der Beklagten tätig und mehrfach für besonders herausragende Leistungen und Folge ausgezeichnet.

Sie wurde systematischen Einschüchterungen und Anfeindungen, Erniedrigungen, Beleidigungen und Entwürdigungen ausgesetzt, die letztlich zu einer schwerwiegenden Gesundheitsschädigung führten.

Dies stellt auch einen Verstoß gegen das Soziale Menschenrecht auf Arbeit im Sinne des UN-Sozialpaktes von 1966 dar, der nach der Rechtsprechung des zuständigen UN-Ausschusses auch einen diskriminierungsfreien Zugang zur Arbeit gewährleistet.

Nach der ergebnislosen Güteverhandlung im Juli 2015 sah sich die Klägerin zunächst auch aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, das streitige Verfahren vor Gericht weiterzuführen, so dass dieses zum Ruhen gebracht wurde. Stattdessen versuchte ich in ihrem Auftrage in außergerichtlichen Verhandlungen mit dem Vorstand der Allianz eine Entschädigungszahlung zu vereinbaren.

Diese Versuche scheiterten, so dass die Mandantin, die zwischenzeitlich den Vorruhestand in Anspruch genommen hatte, beschloss, die Klage weiterzuführen, nachdem sie sich hierzu auch gesundheitlich in der Lage sah.

(Zum Hintergrund siehe unten)

EBERHARD SCHULTZ, Rechtsanwalt

Berlin den 23.08.2019

 

Zum Hintergrund:

Nach der Wiederaufnahme des Verfahrens durch die Mandantin hat die Allianz sämtliche Vorwürfe bestritten. Deshalb mussten wir diese alle in umfangreichen Schriftsätzen detailliert darlegen, die entsprechenden Dokumente anfügen und Zeugen benennen.

Für besonders gravierend halte ich den nachweisbaren Versuch zu verhindern, dass die als engagiert und kritisch bekannte Mandantin zur Betriebsrätin gewählt wird, sowie später nach ihrer Wahl zu versuchen, sie in einem Bereich zu versetzen, in dem sie ihr Betriebsratsamt nicht hätte weiter führen können; oder mehrfache Versuche, sie daran zu hindern, bei Personalgesprächen mit Vorgesetzen Vertreter des Betriebsrates hinzuzuziehen bis hin zu den auf die Klägerin gemünzte Äußerungen eines Vorgesetzen, er bekomme jeden innerhalb von fünf Monate aus dem Betrieb raus.

Die Vertreter der Allianz werden dies kaum ernsthaft bestreiten können, zumal sie sich in offensichtliche Widersprüche verstrickt haben: so wird vollmundig behauptet, Mobbing gäbe es bei der Allianz nicht. Wir konnten aber das Schreiben eines Vorgesetzten vorlegen, in dem dieser im Falle eines anderen Mitarbeiters eingeräumt hat, dass es bei der Allianz Schikanen und Ehrverletzungen gegeben hatte und schrieb „wir gehen davon aus, dass es zu denen von Ihnen beschriebenen schikanösen und ehrverletzenden Maßnahmen in Zukunft nicht mehr kommen wird“.

Außerdem sind inzwischen weitere Mobbingverfahren anderer Arbeitnehmer aus anderen Bereichen der Allianz bekannt geworden, über die u.a. die FAZ und die Wirtschaftswoche ausführlich und kritisch berichtet haben, die ja nicht gerade für eine negative Einstellung gegenüber dem Allianzkonzern bekannt sind. Besonders putzig ist in dem Zusammenhang das Argument der Allianz, von einem Mobbing der Mandantin könne schon deshalb keine Rede sein, wenn, wie wir vortragen, es ähnliche Vorgänge auch bei anderen Arbeitnehmern gegeben habe!?

In dem Parallelverfahren wegen Mobbings eines anderen Mitarbeiters der Allianz aus dem gleichen Bereich (über die ich im Oktober 2018 und im April 2019 berichtet habe) gab es inzwischen zwei Urteile. Die Mobbingklage wurde abgewiesen mit einer schwer nachvollziehbaren Begründung: der Vortrag des Außendienstangestellten über das systematische Mobbing durch Vorgesetzte reiche nicht aus, da dies im Rahmen der Umstrukturierung erfolgt sei und es in dem Zusammenhang erfahrungsgemäß zu Konflikten komme; das Gericht gesteht zwar zu, dass insbesondere durch einen Vorgesetzten von einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts auszugehen sei, dies könne zwar Mobbing sein, es erscheine aber ebenso möglich, dass der Kläger „jeweils in konkreten Einzelfällen mit einem oder mehreren Vorgesetzten in Konflikt geraten ist, ohne dass zwischen diesen Vorfällen ein Zusammenhang bestanden hat“. Dies reiche aber bei Mobbingklagen nicht aus, da der Kläger für den Maßgeblichen Sachverhalt darlegungs- und beweispflichtig sei. Diese unzutreffende Bewertung ist außerdem eine unzulässige Überraschungsentscheidung, da das Gericht es versäumt hat, den Kläger vorher auf diesen Gesichtspunkt hinzuweisen und ihm Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nehmen. Gegen das Urteil habe ich Berufung eingelegt.

Über die gleichzeitig verhandelte Kündigungsschutzklage gegen den gleichen Arbeitnehmer wegen einer fristlosen Kündigung wurde dagegen im Sinne unserer Klage entschieden. Die Kündigung war insbesondere darauf gestützt worden, dass der Kläger die Mobbingklage eingereicht und sich auch noch erdreistet habe, an den Vorstand des FC Bayern zu schreiben, der bekanntlich mit dem Allianzkonzern eng verbunden ist. Gegen dieses Urteil hat die Allianz Berufung eingelegt.

Die Berufungen müssen jetzt begründet werden, ein Termin über die Berufungsverhandlung ist noch nicht absehbar.

Ankündigung Lesungen

Liebe Interessierte, sehr geehrte Damen und Herren,

für diejenigen, die die Buchlesung im bwk Kreuzberg verpaßt haben und sich für das brennend aktuelle Thema „Feindbild Islam und institutioneller Rassismus“ interessieren, hier zwei weitere Termine:

– 3. Juli 2019 um 19.00 Uhr Buchlesung mit Reachout in der Werkstatt der Kulturen (siehe Events)

– 4. Juli 2019 um 18 Uhr: Buchlesung im Rahmen der Gedenktage an die im Landgericht Dresden vor 10 Jahren ermordete Marwa El-Sherbini (mehr Infos hier).

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Schultz

– Buchlesung: „Feindbild Islam und institutioneller Rassismus“ mit dem Autor Eberhard Schultz am Mittwoch, den 22. Mai 2019, Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin um 18:30 Uhr

Das 2018 erschienene Buch „Feindbild Islam und institutioneller Rassismus. Menschenrechtsarbeit in Zeiten von Migration und Anti-Terrorismus“(VSA-Verlag Hamburg) ist nach wie vor brennend aktuell. Dies zeigen nicht nur Anschläge und Überfälle auf Moscheen und (mutmaßliche) Moslems und die anschließenden Defizite bei der Ermittlungstätigkeit, sondern auch die Vorgänge um den Rücktritt des BND-Chefs Maaßen, zahlreiche Gerichtsentscheidungen und Fälle von Behördenwillkür sowie die schleppenden Ermittlungen wegen mutmaßlicher Terroristen in der Bundeswehr und Polizei – Jahre nach der problematischen „Aufarbeitung“ der NSU-Mordserie.

Erschreckend auch die Enthüllungen im Fall des mutmaßlichen Berliner Attentäters Amri und die Enthüllungen über die Verstrickungen von staatlichen Sicherheitskräften in den Anschlag auf den Linken-Politiker Ferat Kocak.

Menschenrechtsanwalt Eberhard Schultz liest aus seiner kritischen Falldokumentation, in der Fälle der letzten zwei Jahrzehnte aus den verschiedensten Bereichen im jeweiligen Kontext dargestellt werden (Ausländer- und Asylrecht, Ermittlungs- und Strafverfahren, Vereins – und Arbeitsrecht und Verletzungen des Persönlichkeitsrechts. Die Lesung in der Werkstatt der Kulturen ist von und mit ReachOut. Dies ist eine Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin.

Moderation: Aicha Belkala, Arabistin

Es soll versucht werden, die Fragen zu beantworten:

– Was ist Rassismus heute? – weit über den völkischen Rassismus von Neonazis hinaus.

– Wie ist er historisch entstanden und warum heute noch virulent?

– Welche Rolle spielen hierbei die Medien als sogenannte vierte Gewalt?

-Warum wird heute aus dem Orient nicht mehr das Licht kommen gesehen (»ex oriente lux«), sondern nur noch finsterer Terrorismus und Pläne zur Eroberung des »christlichen Abendlandes« durch den Islam?

– Was ist institutioneller Rassismus?

– Welche rechtlichen Instrumentarien gibt es, um den Rassismus zu bekämpfen?

 

Gemeinsam werden wir versuchen, die Frage zu beantworten:

 

– Was kann, was muss getan werden, um den Rassismus wirksamer zu bekämpfen als bisher?

– Buchlesung: „Feindbild Islam und institutioneller Rassismus“ am 16. Mai 2019, 18 Uhr im BWK (Bildungswerk Kreuzberg), Cuvrystraße 34

Eberhard Schultz, Autor, liest aus seinem Buch und diskutiert mit Professor em. Dr. Udo Steinbach, dem langjährigen Leiter des Hamburger Orient-Instituts und Kuratoriumsmitglied der Eberhard-Schultz- Stiftung. Moderation und Input: Gün Tank – Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen Diversität, Migration und Diskriminierung

Das 2018 erschienene Buch „Feindbild Islam und institutioneller Rassismus. Menschenrechtsarbeit in Zeiten von Migration und Anti-Terrorismus“(VSA-Verlag Hamburg) ist nach wie vor brennend aktuell. Dies zeigen nicht nur Anschläge und Überfälle auf Moscheen und (mutmaßliche) Moslems und die anschließenden Defizite bei der Ermittlungstätigkeit, sondern auch die Vorgänge um den Rücktritt des BND-Chefs Maaßen, zahlreiche Gerichtsentscheidungen und Fälle von Behördenwillkür sowie die schleppenden Ermittlungen wegen mutmaßlicher Terroristen in der Bundeswehr und Polizei – Jahre nach der problematischen „Aufarbeitung“ der NSU-Mordserie.

Erschreckend auch die Enthüllungen im Fall des mutmaßlichen Berliner Attentäters Amri und die Enthüllungen über die Verstrickungen von staatlichen Sicherheitskräften in den Anschlag auf den Linken Politiker Ferat Kocak.

Menschenrechtsanwalt Eberhard Schultz liest aus seiner kritischen Falldokumentation, in der Fälle der letzten zwei Jahrzehnte aus den verschiedensten Bereichen im jeweiligen Kontext dargestellt werden (Ausländer- und Asylrecht, Ermittlungs- und Strafverfahren, Vereins – und Arbeitsrecht und Verletzungen des Persönlichkeitsrechts) und spricht in der multikulturellen Begegnungsstätte des Bildungswerks Kreuzberg mit dem Orient – Experten Udo Steinbach über die internationale Dimension des Phänomens.

Es soll versucht werden, die Fragen zu beantworten:

– Was ist Rassismus heute? – weit über den völkischen Rassismus von Neonazis hinaus.

– Wie ist er historisch entstanden und warum heute noch virulent?

– Welche Rolle spielen hierbei die Medien als sogenannte vierte Gewalt?

– Warum wird heute aus dem Orient nicht mehr das Licht kommen gesehen (»ex oriente lux«), sondern nur noch finsterer Terrorismus und Pläne zur Eroberung des »christlichen Abendlandes« durch den Islam?

–  Was ist institutioneller Rassismus?

– Welche rechtlichen Instrumentarien gibt es, um den Rassismus zu bekämpfen?

Gemeinsam werden wir versuchen,  die Frage zu beantworten:

– Was kann, was muss getan werden, um den Rassismus wirksamer zu bekämpfen als bisher?

– PRESSEMITTEILUNG Termine vor dem Arbeitsgericht Berlin am 18.04.2019 – streitige Verhandlung gegen die Allianz in Mobbingklage und Güteverhandlung wegen Klage gegen fristlose Kündigung eines langjährigen Mitarbeiters – weitere Ver-fahren laufen.

Am Donnerstag verhandelt die 4. Kammer des Arbeitsgerichts zunächst in streitiger Verhandlung die Klage eines langjährigen Mitarbeiters der Allianz auf Schadensersatz wegen Mobbings, nachdem die Güteverhandlung im Oktober letzten Jahres gescheitert war. Im unmittelbaren Anschluss daran findet eine Güteverhandlung mit eventuell anschließender streitiger Verhandlung aufgrund einer Kündigungsschutzklage des gleichen Arbeitnehmers gegen die Allianz statt, die diese aufgrund des Erhalts der Mobbingklage ausgesprochen hatte.

Ort: Arbeitsgericht Berlin, Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin

Zeit: 18.04.2019, 11:00 h und 11:30, Raum 241

Die Allianz sieht sich nicht nur den Klagen dieses Arbeitnehmers, auch wegen einer weiteren fristgemäßen Kündigung gegenüber, sondern auch Klagen weiterer Arbeitnehmer*innen: So auch der eines früheren Betriebsmitglieds aus dem gleichem Bereich, ebenfalls auf Schadensersatz wegen Mobbings, die nach Scheitern der Güteverhandlung zunächst eine Vorruhestandsregelung akzeptiert hatte, für die ich aber jetzt das Klageverfahren wieder aufgenommen habe. Außerdem berichten auch Medien, die sonst der Allianz durchaus nahe stehen, über Verfahren wegen Mobbings in anderen Bezirken, darunter die FAZ, Versicherungsbote, Versicherungsjournal und das Managermagazin.

Unter dem 13.7.2018 hatte ich für meinen Mandanten, angestellter Leiter einer Verkaufsregion der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, Schadensersatz wegen Mobbings durch Vorgesetzte und Abmahnungen beim Arbeitsgericht eingereicht, mit den Anträgen,

  1. dem Kläger ein Schmerzensgeld zu zahlen, dessen Höhe in das Ermessen des Gerichts gestellt wird – nicht jedoch unter 250.000 €;
  2. festzustellen, dass weitere künftige Schäden zu ersetzen und entschädigen sind;die Abmahnungen des Klägers mit acht Schreiben vom 5. und. 19.4.2018 zurück-zunehmen und mit sämtlichen dazu enthalten Vorgängen aus der Personalakte des Klägers zu entfernen.
  3. Diese Klage hatte die Allianz zum Anlass für eine fristlose Kündigung genommen. Bereits in der Güteverhandlung zur Mobbingklage hatte ich darauf hingewiesen, dass deren Begründung zum überwiegenden Teil aus längst bekannten Vorwürfen bestand, die ich mit einem außergerichtlichen Anspruchsschreiben von 2016 geltend gemacht hatte, aufgrund dessen der Vorstand nicht etwa eine Kündigung, sondern eine „außergerichtliche deeskalierende Vorgehensweise“ angeregt hatte. Daraufhin hatten Gespräche mit dem Vorstand stattgefunden, in deren Rahmen die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung von 125.000,00 € angeboten waren, die letztlich gescheitert sind. (vgl. meine Pressemitteilung vom 08.10.2018

     

Die außerordentliche Kündigung ist also schon deshalb unwirksam, weil eine außerordentliche fristlose Kündigung nur innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis der Kündigungsgründe zulässig ist. Außerdem  verstößt eine Kündigung wegen der Erhebung einer Klage zur Klärung rechtlicher Ansprüche gegen den Arbeitgeber gegen das so genannte Maßregelverbot des § 612 a BGB.

Später hat der Mandant nicht nur die Serie von Abmahnungen als Reaktion auf die Schadensersatzansprüche erhalten, sondern kurz nach Einreichen der Mobbing-Klage die oben erwähnte fristlose Kündigung ohne jede Begründung oder vorherige Anhörung zu den pauschalen Vorwürfen eines angeblich vertragswidrigen Verhaltens. Wenig später erfolgte eine weitere, diesmal fristgemäße Kündigung, gegen die ich ebenfalls Klage einreicht habe. Nach Scheitern der Güteverhandlung ist bisher noch kein Termin zur streitigen Verhandlung von der zuständigen 63. Kammer anberaumt worden.

Die 4. Kamer des Arbeitsgerichts wird also zu entscheiden haben, ob dem Mandanten eine Entschädigung nach § 253 BGB wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Mandanten durch die Vorgesetzten zusteht. Nach der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte hat der Arbeitgeber aufgrund seiner Fürsorge – und Schutzpflichten auf das Wohl und die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer Rücksicht zu nehmen, so dass er vor Gesundheitsgefahren, auch psychischer Art, geschützt wird, und sowie sicherzustellen, er keinem Verhalten ausgesetzt wird, das bezweckt oder bewirkt, dass seine Würde verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigung und/ oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Er haftet gegenüber den betroffenen Arbeitnehmer für schuldhaft begangen Persönlichkeitsrechts – oder Gesundheitsverletzungen durch von ihm als Erfüllungsgehilfen eingesetzten anderer Mitarbeiter, insbesondere Vorgesetzte.

H.- Eberhard Schultz, Rechtsanwalt, Berlin den 16.04.2019

Aktuelle Informationsveranstaltung der »Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation« zum Thema „soziales Menschenrecht auf Wohnung“ für alle mit Expertinnen, Politikerinnen und Initiativen von Betroffenen

Am Donnerstag, den 28. März im Haus der Demokratie und Menschenrechte im Rahmen der monatlichen Vesper »Menschenrechte aktuell« veranstaltet von:
Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation, Internationale Liga für Menschenrechte, Humanistische Union e.V., Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte. In Kooperation mit attac Berlin

– aktuelle Informationsveranstaltung zum Abbau von Menschenrechten in Deutschland und den sozialen Menschenrechten

Es laden ein zur
„Linken Gesprächsrunde“
ISOR    GBM                                 
 am Mittwoch, dem 13. Februar 2019, 17 Uhr, im Seminarraum 1,
1. Stock, des Bürohauses Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
mit dem Menschenrechtsanwalt
Eberhard Schultz
zum Thema „Abbau der Menschenrechte und sozialen Menschenrechte in der Bundesrepublik Deutschland 
Moderation: Hans Bauer, Vors. GRH und Gert Julius, Vors. BüSGM
Eintritt frei

Soziale Menschenrechte: „Haben wir leider nicht geschafft“

Soziale Menschenrechte: „Haben wir leider nicht geschafft“

Beitrag in den Nachdenkseiten vom 20. Januar 2019 um 11:45; Ein Artikel der Redaktion

Das Recht auf Arbeit, auf Bildung, das Recht auf Wohnung, und das Recht auf soziale Sicherheit und Gesundheit: Das sind einige der sozialen Menschenrechte, die seit 1966 Teil des UN-Sozialpakts und damit völkerrechtlich verbindlich sind. Doch wie ist es um diese Rechte in Deutschland bestellt? Eberhard Schultz, Menschenrechtsanwalt und Gründer der Eberhard-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte und Partizipation, betont im NachDenkSeiten-Interview, dass die sozialen Menschenrechte „keineswegs Menschenrechte zweiter Klasse“ sind, aber in Deutschland nur „höchst unvollkommen“ über das Sozialstaatsprinzip im Grundgesetzt verankert sind. Ein Interview über die Bedeutung der sozialen Menschenrechte und die Weigerung der Bundesregierung, ein wichtiges Protokoll zum UN-Sozialpakt zu unterzeichnen. Von Marcus Klöckner.

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